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Calvin Krieger
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BKrFQG-Weiterbildung: 35 Stunden Pflicht alle 5 Jahre für Berufskraftfahrer. Bußgeld bis 20.000 € fürs Unternehmen. Was Speditionen jetzt prüfen sollten.
TL;DR
Fahrer ohne gültige BKrFQG-Weiterbildung riskieren ein Bußgeld bis 5.000 €. Für die Spedition wird es teurer: bis zu 20.000 €, wenn man unqualifizierte Fahrten duldet. Alle fünf Jahre sind 35 Stunden Weiterbildung in fünf Modulen Pflicht, ohne Ausnahme für Aushilfskräfte.
Was ist das BKrFQG?
Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz regelt die Grundqualifikation und die laufende Weiterbildung von Berufskraftfahrern im gewerblichen Verkehr (§ 1 BKrFQG). Es setzt die EU-Richtlinie 2003/59/EG in deutsches Recht um. Kurz: Wer beruflich einen LKW oder Bus fährt, muss sich regelmäßig weiterbilden. Das ist keine Empfehlung. Das ist Pflicht.
Die aktuell gültige Fassung des Gesetzes stammt aus dem Jahr 2020. Der Grund für die Pflicht ist einfach: einheitliche Mindeststandards für Sicherheit auf der Straße, EU-weit vergleichbar. Für Speditionen heißt das: Die Verantwortung endet nicht mit der Einstellung, sondern läuft über die gesamte Beschäftigungsdauer weiter.
Die zentralen Regeln (Stand 2026)
Regel | Details |
|---|---|
Umfang | 35 Stunden in 5 Modulen à 7 Stunden |
Frist | Alle 5 Jahre |
Betroffene Klassen | C, C1, CE, C1E (Güterverkehr), D, D1, DE, D1E (Personenverkehr) |
Bußgeld Fahrer | bis 5.000 Euro |
Bußgeld Unternehmen | bis 20.000 Euro |
Rechtsgrundlage: § 5 BKrFQG in Verbindung mit Anlage 1 der BKrFQV für Umfang und Inhalte der Weiterbildung, § 28 BKrFQG für die Bußgelder.
Wer ist betroffen, und wer zahlt?
Betroffen ist jeder, der mit diesen Führerscheinklassen gewerblich fährt. Das gilt auch für Aushilfskräfte und Fahrer auf Minijob-Basis. Der Beschäftigungsumfang spielt keine Rolle. Eine Ausnahme gibt es nur für den Werkverkehr.
Ein Beispiel macht den Unterschied klar. Ein Fahrer, der für eine Spedition Ware zum Kunden bringt, fällt unter die Pflicht. Ein Landwirt, der seine eigenen Erzeugnisse mit dem eigenen LKW zum Wochenmarkt fährt, in der Regel nicht. Das zählt zum Werkverkehr.
Die Kosten für die Schulungen liegen bei ungefähr 50 bis 300 Euro pro Modul. Die Spanne ist groß, weil sie stark vom Anbieter und der Region abhängt. In Ballungsräumen zahlst du oft mehr als auf dem Land.
Gesetzlich muss der Arbeitgeber diese Kosten nicht übernehmen. In der Praxis zahlt oft der Fahrer selbst. Viele Speditionen beteiligen sich trotzdem, weil sie den Fahrer halten wollen. Manche übernehmen die volle Summe, andere teilen sie sich mit dem Fahrer oder zahlen die Arbeitszeit während der Schulung weiter.
Was passiert bei einem Verstoß?
Fährt ein Fahrer ohne gültigen Weiterbildungsausweis, ist das eine Ordnungswidrigkeit nach § 28 Abs. 2 Nr. 1 BKrFQG. Bedeutet: Bußgeld für den Fahrer, bis zu 5.000 Euro.
Für die Spedition wird es teurer. Wer als Unternehmen eine solche Fahrt anordnet oder zulässt, haftet nach § 28 Abs. 1 BKrFQG mit bis zu 20.000 Euro Bußgeld. Das trifft die Geschäftsführung und nicht nur den Fahrer.
Konkret heißt das: Eine Kontrolle des Bundesamts für Logistik und Mobilität (früher Bundesamt für Güterverkehr, BAG) auf der Autobahn deckt einen abgelaufenen Nachweis auf. Der Fahrer zahlt sein Bußgeld selbst. Die Spedition bekommt einen eigenen Bescheid, wenn sie von der abgelaufenen Qualifikation wusste oder hätte wissen müssen.
Was bedeutet das für mittelständische Speditionen?
Die Nachweispflicht landet am Ende beim Unternehmen. Nicht nur beim Fahrer. Wer neue Fahrer einstellt, prüft den Weiterbildungsnachweis am besten vor dem ersten Arbeitstag und nicht erst danach.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Fahrer wechselt im Oktober zu einer neuen Spedition. Sein letzter Weiterbildungsnachweis liegt sechs Jahre zurück. Ohne Prüfung beim Einstellen fällt das oft erst bei der nächsten Kontrolle auf. Dann mit Bußgeld für beide Seiten.
Drei Strategien für Speditionen: sofort umsetzbar
Nachweis vor dem ersten Arbeitstag prüfen
Schlüsselzahl 95 im Führerschein oder die separate EU-Bescheinigung ansehen. Kopie ablegen. Fünf Minuten Aufwand und spart im Zweifel 20.000 Euro.
Frist zentral tracken
Eine einfache Liste mit Ablaufdatum pro Fahrer reicht. Erinnerung sechs Monate vor Ablauf. Wer wartet, bis die Frist abläuft, hat plötzlich einen Fahrer, der nicht mehr fahren darf.
Weiterbildung mitfinanzieren, auch ohne Pflicht
Es kostet dich als Arbeitgeber nichts, nach dem Gesetz. Bindet aber Fahrer, die sonst zum nächsten Arbeitgeber wechseln, der die Kosten übernimmt. Bei 50 bis 300 Euro pro Modul ist das oft günstiger als ein neuer Fahrer.
Was du nicht tun solltest
Verlass dich nicht auf die mündliche Zusage eines Fahrers, dass die Weiterbildung aktuell ist. Sieh dir den Nachweis selbst an.
Prüfe die Frist nicht erst, wenn eine Kontrolle des Bundesamts für Logistik und Mobilität (früher BAG) ansteht. Dann ist es oft schon zu spät.
Verlass dich beim Fahrerwechsel nicht auf die Angaben im Lebenslauf allein. Ein Lebenslauf zeigt, wo jemand gefahren ist. Er zeigt nicht, ob der Nachweis noch gültig ist.
Häufige Fragen
Gilt die Weiterbildungspflicht auch für Aushilfsfahrer?
Ja, ohne Ausnahme. Sobald jemand gewerblich mit einer betroffenen Führerscheinklasse fährt, gilt die Pflicht, unabhängig vom Beschäftigungsumfang.
Muss der Arbeitgeber die Kosten übernehmen?
Gesetzlich nicht. In der Praxis übernehmen viele Speditionen die Kosten trotzdem ganz oder teilweise, um Fahrer zu binden.
Was passiert, wenn die Frist während der Anstellung abläuft?
Der Fahrer darf ab diesem Tag nicht mehr gewerblich fahren, bis die Weiterbildung nachgeholt ist. Bußgeldrisiko besteht dann für Fahrer und Unternehmen.
Wie weist ein Fahrer die Weiterbildung nach?
Über die Schlüsselzahl 95 im Führerschein oder eine separate EU-Bescheinigung.
Was zählt bei einer Kontrolle als Verstoß?
Ein fehlender oder abgelaufener Nachweis im Moment der Kontrolle, zum Beispiel bei einer Kontrolle des Bundesamts für Logistik und Mobilität (früher BAG-Kontrolle).
Gilt die Pflicht auch für Fahranfänger?
Ja, aber zeitversetzt. Die erste Weiterbildung wird erst fünf Jahre nach dem Erwerb der Grundqualifikation fällig, unabhängig vom Alter oder der Berufserfahrung.
Zählt reiner Werkverkehr zur Weiterbildungspflicht?
In der Regel nicht. Wer nur eigene Waren mit dem eigenen Fahrzeug transportiert, ohne gewerblichen Gütertransport für Dritte, fällt meist unter die Ausnahme.
Wie kann LoadUp mich bei der Fahrersuche unterstützen?
Wir übernehmen die Vorauswahl aus unserem Talentpool und prüfen dabei auf Wunsch auch formale Punkte wie die Schlüsselzahl 95. Am einfachsten besprichst du in einem kurzen Gespräch, was du konkret brauchst.
Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Für individuelle Fälle empfehlen wir die Konsultation eines Fachanwalts für Arbeitsrecht oder Gewerberecht.


