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Christopher Röskes
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Du hast endlich einen neuen Fahrer gefunden, und nach sechs Wochen ist er wieder weg. Woran das oft liegt und was dagegen hilft.
TL;DR
Wer als Fahrer wieder geht, tut das meistens früh, oft schon in den ersten drei Monaten. Der häufigste Grund: Der Job ist anders, als er sich das vorgestellt hat. Was hilft, ist kein großes Programm. Es reichen ehrliche Infos vor dem Start, ein klarer Plan für die ersten Wochen, eine feste Ansprechperson und ein paar kurze Gespräche zwischendurch.
Die ersten Wochen sind die kritischsten
Du kennst das vielleicht: Ein neuer Fahrer fängt an, alles wirkt gut, und dann liegt nach ein paar Wochen die Kündigung auf dem Tisch. Das ist kein Pech, sondern ein Muster.
Das US-Analyse-Unternehmen Stay Metrics hat die Daten von über 62.000 Fahrern aus 100 Transportunternehmen ausgewertet. Ergebnis: 70 Prozent aller Abgänge passieren im ersten Jahr, und die Hälfte davon schon in den ersten drei Monaten.
Für Deutschland gibt es so eine Auswertung speziell für Fahrer bisher nicht. Aber auch hier ist die Probezeit eine wackelige Phase. In einer Befragung von StepStone unter rund 13.000 Fach- und Führungskräften gab jeder Dritte an, schon einmal in der Probezeit selbst gekündigt zu haben.
Für dich heißt jede frühe Kündigung: wieder von vorn suchen. Und bis jemand Neues da ist, steht im schlimmsten Fall ein LKW auf dem Hof.
Warum neue Fahrer früh wieder gehen
Meistens liegt es nicht am Geld, sondern an der Erwartung. In einer Umfrage des US-Fachmagazins CCJ unter 423 Fuhrparkverantwortlichen nannten 40 Prozent falsche Erwartungen an den Job als Hauptgrund für frühe Kündigungen. 27 Prozent sagten, der neue Fahrer habe einfach nicht ins Team gepasst. Die StepStone-Befragung zeigt Ähnliches: Bei rund einem Drittel stimmte das, was vorher besprochen wurde, nicht mit der echten Stelle überein.
Stell dir vor, einem Fahrer wurde gesagt, er sei jeden Abend zu Hause, und in der zweiten Woche schläft er doch auf dem Rastplatz. Dann ist das Vertrauen schnell weg, egal wie gut der Rest ist.
Dazu kommt die Disposition. Laut Stay Metrics gehen Fahrer, die mit ihrem Disponenten sehr zufrieden sind, in der Anfangszeit um fast 16 Prozent seltener. Das ist logisch: In den ersten Wochen ist der Disponent oft der Mensch, mit dem ein neuer Fahrer am meisten redet. Läuft es da nicht, fühlt er sich schnell allein.
Was schon vor dem ersten Tag passieren sollte
Gute Einarbeitung fängt im Vorstellungsgespräch an, nämlich mit Ehrlichkeit. Sag klar, welche Touren er fährt, wie oft er nach Hause kommt und mit welchem Fahrzeug er unterwegs ist. Das klingt selbstverständlich, aber genau hier entstehen die meisten Enttäuschungen.
Und dann der erste Tag: Wenn Führerschein, Fahrerkarte und Nachweise schon geprüft sind und die Zugänge für Telematik oder Tourenplanung bereitstehen, sitzt dein neuer Fahrer nicht stundenlang im Büro und wartet. Er merkt sofort, dass man sich auf ihn vorbereitet hat.
So können die ersten 30 Tage aussehen
Ein paar Dinge sind Pflicht. Nach § 12 Arbeitsschutzgesetz musst du neue Beschäftigte zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit unterweisen, und zwar bevor sie loslegen. Außerdem muss das Unternehmen Fahrer nach der Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 70 ausdrücklich zum Führen des Fahrzeugs bestimmen, am besten schriftlich.
Alles andere kannst du frei gestalten. Bewährt hat sich ein Ablauf in drei Schritten:
Woche 1, ankommen: Hof, Disposition und Werkstatt kennenlernen, Einweisung ins Fahrzeug, in die Telematik und in die Abläufe. Und ganz wichtig: Er weiß, wen er anruft, wenn unterwegs etwas schiefgeht.
Woche 2 und 3, nicht allein: Er fährt bei einem erfahrenen Kollegen mit oder wird auf den ersten eigenen Touren begleitet. Lenk- und Ruhezeiten, Abfahrtskontrolle und Ladungssicherung werden dabei direkt am LKW geübt, nicht nur erklärt.
Woche 4, allein mit Rückendeckung: Er fährt selbstständig, hat aber eine feste Ansprechperson, die er jederzeit erreicht.
Mehr zu den Regeln, die dein neuer Fahrer von Anfang an kennen sollte, findest du in unseren Artikeln zu den Lenk- und Ruhezeiten und zur Abfahrtskontrolle.
Einfach mal nachfragen: nach 30, 60 und 90 Tagen
Viele Probleme lassen sich lösen, wenn du früh davon erfährst. Trotzdem hatte in der StepStone-Befragung nur die Hälfte der Leute in der Probezeit überhaupt ein Feedbackgespräch. Dabei fanden 70 Prozent derer, die eins hatten, es hilfreich.
Nimm dir deshalb nach 30, 60 und 90 Tagen kurz Zeit. Das muss kein großes Gespräch sein, zehn Minuten bei einem Kaffee reichen. Frag zum Beispiel:
Ist der Job so, wie wir ihn dir beschrieben haben?
Wie klappt es mit der Disposition?
Was fehlt dir noch, damit du sicher und gern fährst?
Wichtig ist nur, dass er ehrlich antworten kann, ohne Angst, dass es ihm schadet.
Die beste Einarbeitung beginnt bei der Auswahl
Je besser Fahrer und Stelle von Anfang an zusammenpassen, desto weniger muss die Einarbeitung später retten. Bei LoadUp stehen über 36.000 vorqualifizierte Fahrerprofile zur Verfügung (Stand 2026, eigener Pool). Das ersetzt eine gute Einarbeitung aber nicht, denn auch der passende Fahrer braucht am Anfang jemanden, der für ihn da ist.
Häufige Fragen
Wie lange sollte die Einarbeitung eines LKW-Fahrers dauern?
Eine feste Vorgabe gibt es nicht. Am wichtigsten sind die ersten 30 Tage. Kurze Gespräche solltest du aber mindestens bis zum dritten Monat einplanen.
Muss ich neue Fahrer unterweisen?
Ja. Nach § 12 Arbeitsschutzgesetz müssen neue Beschäftigte vor Beginn ihrer Arbeit zu Sicherheit und Gesundheit unterwiesen werden.
Warum kündigen neue Fahrer so früh?
Oft, weil der Job anders ist als erwartet. In einer US-Umfrage unter Fuhrparkverantwortlichen nannten 40 Prozent das als Hauptgrund.
Welche Rolle spielt der Disponent?
Eine große. Laut einer US-Auswertung von Stay Metrics kündigen Fahrer, die mit ihrem Disponenten sehr zufrieden sind, in der Anfangszeit um fast 16 Prozent seltener.
Was gehört in einen Einarbeitungsplan für Fahrer?
Eine Einweisung in Fahrzeug, Systeme und Abläufe, begleitete Touren mit einem erfahrenen Kollegen, eine feste Ansprechperson und kurze Gespräche nach 30, 60 und 90 Tagen.
Willst du wissen, wie viele Fahrer für dein Unternehmen verfügbar sind?
Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Für individuelle Fälle empfehlen wir die Beratung durch eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.


